Schluss mit Rätselraten: Warum Bluttests & Co. keine Klarheit bringen

Wenn Dein Hund unter Juckreiz, Verdauungsproblemen oder Hautirritationen leidet, willst Du natürlich schnell wissen, was dahintersteckt.
Online oder beim Tierarzt werden dann oft Bluttests, Haaranalysen oder Bioresonanz angeboten. Sie sollen angeblich zeigen, was Dein Hund nicht verträgt. Klingt nach einer einfachen Lösung.
Aber: Diese Tests liefern keine verlässlichen Ergebnisse. Hier erfährst Du, warum und worauf Du Dich wirklich verlassen kannst.

Bluttests messen sogenannte Antikörper im Blut, also Eiweißstoffe, die das Immunsystem bildet, wenn es mit bestimmten Nahrungsbestandteilen in Kontakt kommt.
Ein erhöhter IgG-Wert bedeutet aber nur, dass Dein Hund mit einem Futterbestandteil bereits Kontakt hatte, nicht, dass er darauf allergisch reagiert.
Studien zeigen sogar, dass hohe IgG-Werte eher ein Hinweis auf Toleranz sein können, also darauf, dass der Körper das Futter gut kennt und akzeptiert.
👉 Hagen-Plantinga et al. 2017, PubMed

Auch IgE-Tests helfen in den meisten Fällen nicht weiter. Sie sind nur bei echten Allergien aussagekräftig und die sind beim Hund deutlich seltener als Unverträglichkeiten, bei denen gar keine messbare Immunreaktion stattfindet.
Vergleichsstudien zeigen außerdem, dass verschiedene Labore bei denselben Blutproben zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
👉 Mueller & Olivry 2017, BMC Veterinary Research


Haaranalysen werden oft als einfache Alternative beworben: Man schickt eine Probe ein und bekommt eine Liste mit Futtermitteln, die der Hund angeblich nicht verträgt.
Das Problem: Haare zeigen keine Immunreaktionen oder Allergien. Sie enthalten lediglich Rückstände von Mineralstoffen oder Spurenelementen, haben aber keinen Zusammenhang mit Futterunverträglichkeiten.
In Untersuchungen zeigten identische Haarproben, die an verschiedene Labore geschickt wurden, völlig unterschiedliche Ergebnisse.
👉 Rosendahl et al. 2021, Deutsche Nationalbibliothek


Die sogenannte Bioresonanz soll durch „energetische Schwingungen“ zeigen, welche Futtermittel ein Tier nicht verträgt. Das klingt interessant, hat aber keine wissenschaftliche Grundlage.
Bis heute konnte kein veterinärmedizinisches Institut nachweisen, dass solche Schwingungen messbar oder diagnostisch relevant sind.
Auch Fachgesellschaften stufen Bioresonanz als nicht therapeutisch oder diagnostisch wirksam ein.
👉 Wüthrich 2006, Thieme-Connect PDF (Nachdruck der SGAI-Stellungnahme)


Sie versprechen schnelle Antworten, liefern aber oft Schein-Sicherheit. Das Risiko: Du fütterst weiter das, was Beschwerden macht, oder streichst unnötig verträgliche Komponenten.

Die Methode, die wirklich zeigt, was Dein Hund verträgt, ist die Ausschluss-/Eliminationsdiät mit anschließender Provokationsphase.


👉 Rosser 1993, PubMed 👉 Wilson 2020, Today’s Veterinary Practice 👉 Olivry & Mueller 2015, BMC Veterinary Research